Wiesenschilder neu – und doch im alten Stil

Seit einiger Zeit stehen auf den Guldentaler Obstwiesen Schwellen von der Guldentaler Feldbahn, auf denen blaue und weiße Emailleschilder befestigt sind.

Wir danken der Familie Faust für die Möglichkeit, auf diese ortstypisch-rustikale Art die nötigen Markierungen aufzustellen. So unterscheidet sich die Beschilderung der Streuobstwiesen deutlich von der anderer Wanderwege in der Guldentaler Gemarkung. Während die weißen Schilder auf die Mitgliedschaft im Erhalternetzwerk des Pomologenvereins hinweisen, tragen die historisierenden blauen Schilder oben das Logo des Guldentaler Streuobstlandes und darunter den Namen der Obstwiese.

Diese Namen werden später auch in den Wegeplänen stehen und der Orientierung im Gelände dienen.

Für die großzügige Finanzierung der Namensschilder bedanken wir uns im Namen der BUND-Ortsgruppe und der Trägerin des Projekts, der Ortsgemeinde Guldental, sehr herzlich bei der Pollichia-Kreisgruppe Bad Kreuznach.

Verschiedene Ideen haben die Namensgebung beeinflusst:

Guldentaler Flurnamen: Am Katzenrech, Im Talborn, Am Haselnußberg

Geologie im Volksmund: An der Rutsch

Erinnerung an Förderer des Naturschutzes: Gerhard-Faust-Wiese, Kaufmann-Wiese, Kaiserhof-Wiese, Spittel Kubiciel

Familiäre Verbindungen mit Widmung: Georgswiese, Jakobswiese

Vorkommen besonderer Tierarten: Zum Eisvogel, Zur Äskulapnatter, Zum Steinkauz

Obstsorten und Beziehung zum Märchen: Gubler-Spittel, Wiese der Froschkönigin

Traditionelle Guldentaler Beziehungen nach Hessen: An der Kronberg-Brücke, Hessische Freundschaft

Auf der BUND-Wiese „Hessische Freundschaft“ beim Ortsteil Breitenfelserhof sind insgesamt 25 Baumstandorte reserviert für traditionelle Apfelsorten aus verschiedenen Landschaften Hessens. Inzwischen sind 21 Pflanzstellen belegt.

Seit 2003 rufen die hessischen Pomologen jedes Jahr eine „Lokalsorte des Jahres“ aus, die in Zusammenarbeit mit einigen Partner-Baumschulen vermehrt wird.

Aber auch der „Guldentaler Knorzekopp“, unsere lokale Spezialität, findet im befreundeten Ausland Asyl: Auf hessischen Obstwiesen stehen drei Bäume, u. a. auch in Kronberg.

Jakobswiese
BUND-Mitglieder beim Befestigen der Emailleschilder, Jakob ist natürlich auch dabei. (Foto: Tobias Ebenau)
Jakobswiese
Beschilderung fertig. – Jakobswiese zur Blütezeit der Wiesenblumen (Foto: Hans-Gerhard Hamann)

Aktivitäten des BUND in Guldental 2019

Das Jahr 2019 war für die BUND-Ortsgruppe besonders ereignisreich.

Veranstaltungsprogramm: 2 Baumschnitttage im Februar, Naturkundliche Wanderung(Mai), Sensenkurs(Mai), Kirschenführung(Juni), Teilnahme am Bauernmarkt in Bad Kreuznach(September), Apfeltag an der Guldentaler Feldbahn(Oktober)

Anschaffung eines Mähanhängers: Die Biotoppflege konnte dadurch wesentlich verbessert werden.

Vorbereitung eines großen Leader-Projekts: Die umfangreichen verwaltungstechnischen Vorbereitungen sind erledigt. Die Gemeinde Guldental übernimmt die Trägerschaft. Das Projekt wurde im Oktober von der Leader-Regionalkommission als förderungsfähig(70 Prozent) eingestuft.

Einrichtung einer eigenen Homepage: Ende August wurde die Website freigeschaltet. Sie enthält vielfätige Informationen über die Aktivitäten der BUND-Ortsgruppe, insbesondere über die Biotoppflege(Orchideenrasen, Streuobstflächen), Veranstaltungsprogramm, Pressemeldungen, Obstsortenlisten(Äpfel, Birnen, Kirschen, Pflaumen, Walnüsse, Mandeln). Die Texte und Listen wurden zumeist von Mitgliedern der BUND-Gruppe selbst erstellt. Technische Betreuung: Lars Joppich und Peter Schneider.

Weiterführung der Obstbaumpflanzung: Die Besorgung neuer Sorten für die pomologische Sammlung wird immer aufwendiger. Weite Fahrten nach Holland, nach Sachsen und in die Schweiz waren erforderlich, um besondere Sorten einzukaufen.

Spezialisierung auf rotkernige Walnüsse, seit 2017 auch auf Mandeln. Besorgung von Veredlungsreisern über das Erhalternetzwerk des Pomologenvereins. Auftragsveredlung durch heimische Baumschulen.

Aktueller Stand der Sammlung: 190 Äpfel, 70 Birnen, 150 Kirschen, 60 Pflaumen, 40 Walnüsse, 12 Mandeln, 10 Esskastanien

Besuch der Ministerpräsidentin Malu Dreyer im Oktober: Ehrenamtsreise 2019 im Kreis Bad Kreuznach. Die BUND-Gruppe freute sich über die Wertschätzung ihrer Arbeit und die schönen Presseberichte.

Biotoppflege: Mähen und Abräumen der Orchideenflächen, Schnitt von mehreren hundert Obstbäumen, Versorgung der Baumscheiben(Bachvorland und Kaiserhofwiese), Mähen der Obstflächen, Aufhängen von Gartenschläferkästen…

Pflanzung der 500. Obstsorte: Bürgermeisterin Elke Demele pflanzte als 500. Sorte eine rotfleischige Esskastanie aus Frankreich: die Bouche Rouge(Roter Mund).

Die BUND-Gruppe nahm dieses Ereignis zum Anlass, Frau Demele für die vielfältige Unterstützung des praktischen Naturschutzes und der naturkundlichen Bildungsarbeit herzlich zu danken.

Guldentaler Streuobstwiese
Guldentaler Streuobstwiese, Foto: Hans Faus

Mitglieder- und Fördererversammlung der BUND-Kreisgruppe Bad Kreuznach

Freitag, 29. November 2019 ab 19:00 Uhr: Mitglieder- und Fördererversammlung im Weinaurant Bach, Lindenallee 11, 55583 Bad Münster a. St. – Ebernburg    

Tagesordnung:

1. Bericht des Vorstandes und der Kassenprüfer

2. Bericht der Orts- und Arbeitsgruppen

3. Entlastung des Vorstandes

4. Planung von Aktivitäten und Veranstaltungen im kommenden Jahr

5. Verschiedenes

Abstimmungs- und wahlberechtigt sind nur Mitglieder, jedoch keine Förderer. Nichtmitglieder sind herzlich willkommen.Grundsätzlich ist eine Anmeldung zur Mitgliederversammlung zwar nicht erforderlich, aber damit der Wirt besser planen kann, bitten wir um telefonische Anmeldung bis zum 26.11. 

siehe auch …..

Rote Walnüsse aus Holland

In unserer Sammlung rotkerniger Walnüsse gibt es Bewegung:

Am Pfingstwochenende 2019 holten Tobias Ebenau und Hans Faus zehn weitere rote Nüsse in zwei holländischen Baumschulen ab, die sich auf Walnussveredlung spezialisiert haben.

Die kleinen Bäume wurden noch am selben Wochenende gepflanzt.

Walnussveredlung ist wesentlich komplizierter als die Veredlung anderer Obstarten.

Veredelte Walnüsse in bestimmten Sorten tragen schon nach wenigen Jahren die ersten Früchte, manchmal schon im ersten Standjahr.

Für die umfangreiche Planung und Organisation danken wir unserem rührigen Mitglied Tobias Ebenau!


Rote Gublernuss 1                                                                                                                                                                                                         Foto: Ursula Faus

Newsletter Sign Up

Please install required plugin - MailPoet